Rehabilitation

REHABILITATION IM THERMALEN AMBIENTE BEI OSTEOARTIKULÄREN PATHOLOGIEN

DEFINITION

riabilitazione_1Die Erschließung der thermalen Ressourcen für Rehabilitationszwecke stellt heute noch ein eher seltenes Ereignis dar, ist jedoch für die Rehabilitationsmedizin und für eine mögliche zukünftige Entwicklung der Thermen in Italien von sicherem Interesse (1). Ein thermales Rehabilitationszentrum muss für einen behindertengerechten Zugang und Aufenthalt entworfen und realisiert werden, und gleichzeitig Thermal- und Rehabilitationsbehandlungen anbieten (Kinesiotherapie, Atmungsrehabilitation, Lymphdrainage, Lasertherapie, Elektrotherapie usw.). Unter den genannten Therapien nimmt die Kinesiotherapie mit ihren wichtigsten Techniken (passive oder aktive Mobilisierung, funktionelle Rehabilitation, Hydrokinesiotherapie, Atmungsrehabilitation usw.) eine vorherrschende Stellung ein. Sie darf nicht nach der klassischen, stark einschränkenden Definition einer “Therapie durch Bewegung“ verstanden werden, sondern muss als eine Methode aufgefasst werden, deren Zweck in der “Erhaltung oder Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit“ besteht (2).

HYDROKINESIOTHERAPIE

riabilitazione_2Im Rahmen der Kinesiotherapie verdient die thermale Hydrokinesiotherapie eine besondere Erwähnung im Bereich orthopädische Rehabilitation. Sie ermöglicht eine Kombination der chemischen und physikalischen Eigenschaften des mineralstoffhaltigen Thermalwassers mit den Vorteilen der im Wasser durchgeführten Therapieübungen (3-6). Diese Rehabilitationsmethode ist bei der Behandlung der osteoartikulären Pathologien weit verbreitet. Im Allgemeinen dauert eine Hydro-Kinesiotherapie-Sitzung bei Patienten mit Muskel- und Skelettproblemen zwischen 40 und 60 Minuten, je nach Kondition des Patienten. Ihr Hauptzweck besteht darin, den Patienten zu mobilisieren, Schmerzen und Muskelkontrakturen zu reduzieren, die Muskeln zu stärken, die funktionelle Wiederaufnahme spontaner Bewegungen zu rehabilitieren und schließlich die Koordination und das Gleichgewicht zu fördern. Der vom Eintauchen in das Thermalwasser bewirkte wärmetherapeutische Effekt reduziert Muskelkontrakturen und Schmerzen über eine spezifische Wirkung auf die sensiblen Hautrezeptoren, und bewirkt eine Gefäßerweiterung von Haut und Muskeln, durch die die Sauerstoffversorgung und der Zellstoffwechsel verbessert werden. Der größere, vom Eintauchen in das Wasser bewirkte hydrostatische Druck fördert die Zentripetaldrainage angeschwollener oder ödematöser Bereiche. Die Zunahme der von der Mobilisierung hervorgerufenen taktilen und selbstwahrnehmenden Afferenzen steigert die Wahrnehmung der Postion der Gliedmaßen und fördert Koordination und Gleichgewicht. Der Auftrieb stützt den Körper, entspannt die Muskulatur und lindert den Schmerz: auf diese Weise können sich die Patienten leichter bewegen und die Anzahl und Weite der therapeutischen Bewegungen steigern. Auch das Gehvermögen kann im Wasser erfolgreich rehabilitiert werden: wenn man den Wechsel der auf das Baryzentrum und das Auftriebszentrum einwirkenden Kräfte korrekt nutzt, kann man effiziente und entlastende Bewegungen erreichen, die besonders dann nützlich sind, wenn man ein Gelenk schonen und gleichzeitig die Muskeltrophik steigern will. Was den Einsatz physikalischer Therapien angeht (Elektro,-, Magnet-, Ultraschalltherapie usw.) soll daran erinnert werden, dass diese Techniken die Auswirkungen der Thermalkur während der Rehabilitation abrunden können. Dies ist zum Beispiel bei einem Rückfall in ein akutes Schmerzstadium der Fall, bei dem die Thermaltherapie kontraindiziert ist, man jedoch eine therapeutische Kontinuität aufrecht erhalten will.

INDIKATIONEN

Zu den wichtigsten osteoartikulären Erkrankungen, die für die Behandlung in einem thermalen Rehabilitationszentrum indiziert sind, gehören degenerative Pathologien  (Osteoarthrose), Rheumaerkrankungen (Spondylitis ankylosans, Psoriasis-Arthritis, rheumatoide Arthritis usw.), post-traumatische Erkrankungen (Brüche, Verstauchungen usw.), post-chirurgische Pathologien (Arthroprothesen usw.), Osteoporose, Muskelhypotrophien, Gelenkversteifungen, Haltungsveränderungen und funktionelle Veränderungen. Jede dieser Pathologien erfordert die Festlegung eines spezifischen therapeutisches Programms. Die Wahl der Behandlung und deren Durchführungsmodalitäten müssen das Stadium berücksichtigen, in der sich die Erkrankung befindet und das Resultat, das erreicht werden soll. Die Möglichkeit einer Ausnutzung der Synergieeffekte der Thermalbehandlung, die in der Beseitigung von Kontrakturen, der schmerzstillenden und entzündungshemmenden Wirkung liegen, kann die Durchführung der kinesiotherapeutischen Übungen begünstigen. Das angestrebte Endziel besteht bei zahlreichen Muskel- und Skeletterkrankungen in einer rascheren, vollständigen motorisch-funktionellen Rehabilitation sowie gegebenenfalls in der Verhinderung zukünftiger Verschlechterungen.

Abschließend sollten auch die Auswirkungen auf das psychologische Wohlbefinden nicht vernachlässigt werden, die ein Aufenthalt in dem ruhigen und entspannenden Ambiente eines Thermalzentrums für gewöhnlich mit sich bringen.

THERMALE REHABILITATIONSMEDIZIN

Unter Zugrundelegung unserer Erfahrungen bei der Behandlung osteoartikulärer Erkrankungen in einem thermalen Ambiente können wir sagen, dass die physiologische Thermal Rehabilitation bei zahlreichen osteoartikulären Erkrankungen eine unverzichtbare Ergänzung und Vervollständigung der traditionellen Thermalbehandlungen darstellt. Diese Integration von Thermal- und Rehabilitationsmedizin wird heute als thermale Rehabilitationsmedizin bezeichnet. Die Suche nach Wirkungssynergien zwischen Krenotherapie und Rehabilitation stellt in der Tat den Grund für die Durchführung von Rehabilitationsbehandlungen in den Thermalzentren dar. Die zunehmende Verbreitung von thermalen Rehabilitationszentren könnte darüber hinaus auch eine Gelegenheit für das nationale Gesundheitswesen darstellen (5, 7). Die mit entsprechenden Rehabilitationsstandards ausgestatteten Thermalzentren könnten in jeder Hinsicht in die Liste der Gesundheitseinrichtungen des Territoriums aufgenommen werden, die dazu beitragen können, die Rehabilitationsabteilungen der Krankenhäuser zu entlasten.
Dr. Stefano MasieroNaturheilkundlicher Arzt

LITERATURVERZEICHNIS

1. De Fabritis M, Groppi M, Gigante G. La riabilitazione in ambiente termale in Italia. Indagine sullo stato delle attività riabilitative nelle stazioni termali italiane. Eur Med Phys 2004;40(Supp.1 to No.3):24-30.

2. Ortolani M, Masiero S, Gottardo A, Buoso S, Sergi R, Ortolani L, et al. Idrocinesiterapia e rieducazione funzionale nella coxartrosi in ambiente termale. La Ginnastica Medica 1998; XLVI (fasc.1-2): 49-55.

3. Buja S, Masiero S, Ortolani S. L’idrochinesiterapia termale nel trattamento della lombalgia:una revisione sistematica. Eur Med Phys 2005;41(Suppl.1 to No.4):899-901.

4. Foley A, Halbert J, Hewitt T, Crotty M. Does hydrotherapy improve strength and physical function in patients with osteoarthritis: a randomised controlled trial comparing a gym based and a hydrotherapy based strengthening programme. Ann Rheum Dis 2003;62:1162-7.

5. Masiero S. Thermal rehabilitation and osteoarticular diseases of the elderly. Aging Clin Exp Res 2008; 20: 189-194

6. Meyer CL, Hawley DJ. Characteristics of participants in water exercise programs compared to patients seen in a rheumatic disease clinic. Arthritis Care Res 1994;7:85-9.

7. Fioravanti A, Valenti M, Altobelli E, Di Orio F, Nappi G, Crisanti A, Cantarini L, Marcolongo R. Clinical efficacy and cost-effectiveness evidence of spa therapy in osteoarthritis. The results of “Naiade” Italian Project. Panminerva Med 2003; Sep;45:211-7.



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